Fußgänger leben gefährlich

Der Straßenverkehr ist sicherer geworden. Seit vielen Jahren sind so die Verkehrsopferzahlen in Deutschland rückläufig und mit ihnen in gleicher Weise die Opferzahlen im Fußverkehr. Dennoch sind im vergangenen Jahr rund 5.300 Fußgänger in Europa gestorben. Damit ist jeder fünfte Verkehrstote in Europa ein Fußgänger.

Die Allianz hat deshalb eine Verkehrsstudie zur Mobilität und Sicherheit von Fußgängern durchgeführt, um die für Fußgänger gefährlichsten Unfallsituationen zu ermitteln. Zudem zeigt die Studie, wie hoch das Ablenkungspotenzial durch Smartphone & Co. tatsächlich ist und wie wir als Fußgänger vermeiden können, Opfer eines Straßenunfalls zu werden.

So ergab die Studie, dass Fußgänger besonders in der Zeit von Oktober bis Februar, innerorts und in der Dämmerung beziehungsweise nachts in der Dunkelheit aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse gefährdet sind. Leidtragende sind dabei vor allem Senioren, die auf das Zufußgehen mehr angewiesen sind als Jüngere. „Mehr als die Hälfte der getöteten Fußgänger in Deutschland ist älter als 64 Jahre“, sagt Jochen Haug, Schadenvorstand der Allianz Versicherungs-AG. „Und der Anteil stieg vergangenes Jahr nochmals stark an, von 51 auf 56 Prozent.“

 

Ablenkung: Smartphones und Musikhören gefährden

Während beim Autofahren die Nutzung des Smartphones ohne Freisprechanlage strikt verboten ist, zeichnet sich auf den Gehwegen immer mehr ein erschreckendes Bild ab: gefühlt ist jeder zweite Fußgänger mit seinem Handy beschäftigt, telefoniert, schreibt Nachrichten oder prüft gar „kurz“ die Sozialen Medien nach Updates. Dieses Gefühl, das sich auftut, spielt sich auch in den Ergebnissen der Studie wider. Laut der repräsentativen Erhebung der Allianz schreiben demnach 43 Prozent der Befragten beim Gehen Textnachrichten. Fast jeder Zweite (45 Prozent) nutzt das Handy hingegen zum Fotografieren. 28 Prozent hören Musik und zwei Drittel (67 Prozent) telefonieren beim Gehen.

„Die Nutzung elektronischer Geräte erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen Fußgänger, einen Unfall zu erleiden“, sagt Haug. Speziell beim Musikhören steigt das Risiko um mehr als das Vierfache, beim Texten um das Doppelte. Wie beim Autofahren ist auch bei Fußgängern das Telefonieren die häufigste Ablenkung, spielt aber beim Gehen eine geringere Rolle für das Unfallgeschehen. Im Gegensatz zu Autofahrern entscheiden Fußgänger in der Regel selbst, wann sie sich in eine konfliktträchtige Verkehrssituation begeben, beispielsweise beim Überqueren einer Straße, und dürften demnach besser in der Lage sein, das Telefonieren auf die jeweilige Situation abzustellen.

 

Weitere Ergebnisse:

  • Zufußgehen ist pro 1 Mrd. Personenkilometern vor Fahrrad, motorisiertem Individual- und öffentlichem Verkehr das gefährlichste Verkehrsmittel
  • Männer sterben zu Fuß in Deutschland häufiger als Frauen (Verteilung über alle getötete Fußgänger: 59 zu 41%)
  • Senioren bestreiten 51% aller getöteten Fußgänger

 

Umfassende Strategie für sicheren Fußverkehr notwendig

Zwar sind die Verkehrsopferzahlen in Deutschland generell rückläufig, allerdings zeigen die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts für 2018 wieder einen leichten Anstieg der Anzahl aller Getöteten. „Der Anteil der getöteten Fußgänger im Vergleich zu allen Unfalltoten steigt langjährig leicht an, und immer noch verunglücken jährlich 30 000 Fußgänger im Straßenverkehr“, sagt Haug, „mehr als 400 davon tödlich. Ihrer Sicherheit muss stärkere Beachtung geschenkt werden, wenn wir die Vision Zero, den Straßenverkehr ohne Tote, bis zum Jahr 2050 erreichen wollen.“

 

Quelle:

https://azt-automotive.com/_Resources/Persistent/2da50ad5bc95a880ddbf839bd98dfc2101d100a5/Allianz_Studie_Sicher_zu_Fu%C3%9F_2019.pdf

Bild von StockSnap auf Pixabay

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